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+ Erbengemeinschaft

ra-strohm24
Herausgegeben von in Artikel aus der Kanzlei ·
Tags: 05.November2014

Häufig ist es so, dass nicht nur ein Erbe den Nachlass erhält, sondern das der Erblasser mehrere Erben hinterläßt. Das führt dann dazu dass zwei oder mehr Erben eine Erbengemeinschaft bilden. Diese Form wird im Gesetz als Gesamthandsgemeinschaft bezeichnet. Das Wort Gesamthand besagt, dass jeder einzelne Gegenstand der Erbmasse allen Miterben gehört und zwar gemeinschaftlich. Dies hat zur Folge, dass ein Miterbe nicht über einen einzelnen Nachlassgegenstand verfügen. Hierzu ist eine Teilung des Nachlasses unter den Erben erforderlich. Zum Beispiel können Verfügungen über das Nachlasskonto nur dann getroffen werden, wenn alle Erben an der Verfügung beteiligt sind und dieser auch zugestimmt haben. Das betrifft auch die Frage einer Veräußerung von Grundbesitz, wenn dieser zum Nachlass gehört.

In einer Vielzahl von Fälle kommt dazu, dass Erben aus der Erbengemeinschaft vorerst unbekannt sind und ermittelt werden müssen. Erst wenn diese Ermittlungen abgeschlossen wurde und alle Erben bekannt sind kann die Teilung des Nachlasses erfolgen.

Jeder Miterbe ist berechtigt, für sich einen Teilerbschein, über seinen prozentualen Anteil am Erbe , ausstellen zu lassen. Dieser Teilerbschein führt aber nicht dazu, dass Verfügungen über einzelne Nachlassgegenstände möglich werden. Vielmehr dient der Teilerbschein dazu, dass dieser Erbe seinen gesamten Anteil auf eine Dritte Person notariell übertragen kann. Der Übernehmer des Anteiles tritt sodann in alle Rechte und Pflichten ein, die dieser Anteil mit sich bringt. Der Erwerber wird dann Mitglied der Erbengemeinschaft und wird an der Erbauseinandersetzung mitwirken müssen.  

Wenn alle Erben in Erfahrung gebracht werden konnten, wird es erforderlich sein, den Nachlass aufzuteilen. Da bedeutet das eine Erbauseinandersetzung stattfindet. Bei einer Mehrzahl von Erben kommt es im Bezug auf die Erbauseinandersetzung häufig zu Problemen, da man sich zum Beispiel nicht darauf einigen kann, wer einen bestimmten Nachlassgegenstand erhalten soll oder zu welchem Wert ein Nachlassgegenstand veräußert wird.

Aus meiner bisherigen Erfahrung bei der Bearbeitung von Fällen mit Erbauseinandersetzungen kann ich nur raten sich anwaltlich beraten zu lassen, um Nachteile zu vermeiden. Dies gilt sowohl bei der Feststellung wer zur Erbengemeinschaft gehört als auch dann bei der Erbauseinandersetzung.




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